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Das war keine Überraschung mehr: Der TC Iserlohn hat dem Deutschen Tennis-Bund offiziell mitgeteilt, auf einen Bundesliga-Aufstieg am grünen Tisch zu verzichten. In Sundern allerdings erinnert man sich gerne an die Bundesliga-Zeit.

Iserlohn/Sundern..  Die Zeiger der Uhr erledigten gewissenhaft eine Umdrehung nach der anderen, der Montag verstrich mehr und mehr – und irgendwann war die Frist abgelaufen, die der Deutsche Tennis-Bund dem TC Iserlohn gestellt hatte. An der Meinung der Waldstädter zum ihnen auf Grund des Rückziehers des Bremerhavener TV angebotenen Platzes in der Tennis-Bundesliga hatte sich aber weder in den vergangenen Tagen, noch in den letzten Stunden der Frist etwas geändert: Sie verzichten auf den Aufstieg am grünen Tisch und treten auch in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga an.

„Ich habe heute beim DTB angerufen und unsere Entscheidung mitgeteilt“, sagte Jim Anwar, Trainer des TCI am Montagabend im Gespräch mit dieser Zeitung. „Das ist doch Unsinn: Man gibt 200 000 Euro aus und steigt trotzdem ab. Nur um Geld zu verbrennen, müssen wir nicht aufsteigen – zumal wir unsere Spieler aus der Region in der 1. Bundesliga kaum mehr hätten einsetzen können“, ergänzte er.

Nur einer, der nicht mehr auf der Bildfläche erschien, hätte die Iserlohner vielleicht noch umstimmen können: Ein potenter Sponsor als Finanzier des Erstliga-Abenteuers.

So einer, wie Paul Krengel vor knapp 15 Jahren einer war.

Als Strippenzieher, Mäzen und Macher sorgte Krengel damals für das „Wunder von Sundern“, den raketenartigen Aufstieg des TC BW Sundern in nur zehn Jahren aus der Bezirksklasse in die Bundesliga. Dort endete der Erfolg nicht: 2001 Dritter, 2002 Vizemeister, 2003 und 2004 Deutscher Mannschaftsmeister – so steht es auf dem Briefkopf des Klubs. Sogar Boris Becker spielte mal Doppel für die Sauerländer und lobte: „Es ist schon beeindruckend, was der Verein dort auf die Beine stellt.“

Paul Krengel, damals Geschäftsführender Gesellschafter der Wepa-Papierfabriken, war Vater der Erfolgsstory und deren Finanzier. „Der Spielbetrieb in der 1. Bundesliga wurde von seiner Sport-Event GmbH durchgeführt“, sagt Josef Gierse, 2. Vorsitzender des TC BW Sundern, und ergänzt: „Die anderen Strukturen im Verein blieben während dieser Zeit erhalten.“

Besonders von dieser Weitsicht profitieren die Sauerländer heute noch. Der TC BW Sundern ist mit über 400 Mitgliedern der drittgrößte Verein im Bezirk Südwestfalen. Über 150 Kinder und Jugendliche sind ganzjährig im Training. Zehn Außenplätze und vier Hallenplätze stehen zur Verfügung. Mit Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs spielte die erste Herrenmannschaft 2016 in der Verbandsliga und schlägt 2017 in der Südwestfalenliga auf. An die Bundesliga und die Euphorie, die diese kurz nach der Jahrtausendwende in Sundern auslöste, erinnern sich Gierse und Co. gerne. Ohne dass dies irgendetwas für den TC Iserlohn zu bedeuten hätte. Dessen Frist ist ohnehin verstrichen. Vorerst.

 Quelle: DERWESTEN.DE